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UR-Projekt soll genrespezifisches und fächerübergreifendes Schreiben an Grundschulen fördern und Rechtschreibleistung verbessern

 

Pressemitteilung, 11. Juli 2023

Das Projekt FiSBY: Fachintegrierte Schreibförderung Bayern des Lehrstuhls für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur um Professorin Dr. Anita Schilcher soll genrespezifisches und fächerübergreifendes Schreiben (Argumentieren, Beschreiben, Berichten, Erzählen) fördern und die Rechtschreibleistung verbessern: Das Training beginnt im Schuljahr 2024/2025 in Jahrgangsstufe 2 an bayerischen Grundschulen, in den beiden Folgejahren werden Materialien für die Jahrgangsstufen 3 und 4 entwickelt. Zusätzlich werden für die beteiligten Grundschullehrkräfte E-Tutorials zum Einsatz der Materialien im Unterricht entwickelt. Die wissenschaftliche Begleitforschung, an der neben Wissenschaftler*innen der Universität Regensburg auch Kolleg*innen aus Siegen und Karlsruhe beteiligt sind, umfasst u. a. die Beantwortung von Fragen zur Nachhaltigkeit des Programms. Die Umsetzung erfolgt in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus.

Von 2018 bis 2023 entwickelte, implementierte und evaluierte der Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur der Universität Regensburg bereits ein fachintegriertes Leseförderprogramm für die bayerische Grundschule (FiLBY: Fachintegrierte Leseförderung Bayern). Im Juli 2023 wurden die letzten Datenerhebungen durchgeführt. Erste Ergebnisse zeigen: Das Programm ist erfolgreich auch im Hinblick auf die Förderung der schwachen Leser:innen. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist das Lesetraining mittlerweile an über 80 Prozent der bayerischen Grundschulen im Einsatz. Die entsprechenden Fortbildungen in Präsenz-, Online- oder als Online-Selbstlernkurse wurden bereits von mehr als 20.000 bayerischen Grundschullehrer:innen absolviert.

Neben dem Lesen gilt das Schreiben von funktionalen, situationsadäquaten und adressatenbezogenen Texten als unabdingbare Schlüsselkompetenz für den Schulerfolg, den Eintritt in den Arbeitsmarkt und die aktive Teilnahme am gesellschaftlichen und kulturellen Leben. Vor dem Hintergrund der negativen Entwicklung der Leistungen bayerischer Grundschüler:innen im Rechtschreiben und im Schreiben soll daher am Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur nun auch ein systematisches Schreibtraining (FiSBY = Fachintegrierte Schreibförderung Bayern) entwickelt und implementiert werden.

Das Schreibtraining soll neben analogen Angeboten auch digitale Schreibumgebungen umfassen. Dadurch können Entwicklungsverläufe noch besser analysiert und rückgemeldet werden. Die Entwicklung der digitalen Lernplattform sowie die Auswertung der Längsschnittdaten über drei Schuljahre wird gemeinsam von den Lehrstühlen Deutschdidaktik und Educational Data Science (Prof. Dr. Sven Hilbert) verantwortet. Zusätzlich beteiligen sich die Kolleg:innen Prof. Dr. Torsten Steinhoff (Universität Siegen) und Prof. Dr. Nadine Anskeit (PH Karlsruhe) sowohl an der Konzeption der Schreibsettings als auch an der Datenanalyse. Die Schreibumgebungen sollen nach der Evaluation als Open Educational Resources zur Verfügung stehen.

Die Entwicklungsphase des Projekts zusammen mit den Kolleg:innen aus Siegen und Karlsruhe ist bereits angelaufen, ab Mai nächsten Jahres sollen die ersten Fortbildungen für Lehrkräfte starten, im September 2024 werden ca. 100 bayerische Grundschulklassen (Jgst. 2) mit dem Training beginnen. Das Projekt endet im August 2027.